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Didier Daeninckx der Autor von „Galadio“

Didier Daeninckx

Didier Daeninckx, der Nachname ist flämischen Ursprungs, wurde 1947 in Aubervilliers im Département Seine–Saint–Denis im Nordosten von Paris geboren, wo er bis heute lebt und arbeitet.

Er ist seiner  Herkunft aus dem industriellen Arbeitermilieu auch in seinem Werk verpflichtet, aber nicht verhaftet. Der Großvater väterlicherseits ein anarchistischer Deserteur im ersten Weltkrieg, der Großvater mütterlicherseits ein kommunistischer Bürgermeister, sein Vater Anarchist, seine Mutter Kommunistin, da lernt man die Kritik der Verhältnisse.

                    Daeninckx hat Drucker gelernt und diesen Beruf auch ausgeübt bevor er sich dem Journalismus zuwandte. Der Journalist D. Daeninckx ist immer dann auch in seinen Büchern anwesend, wenn einer seiner Protagonisten sich in eine Bibliothek oder in ein Archiv begibt, um etwas zu recherchieren.

Es kann nicht überraschen, dass er sich in den Jugendjahren der Republik auch in der alternativ autonomen Szene umgetan hat. Er war eine Zeitlang  Mitglied der KPF, aber Parteidisziplin ist nichts für einen Autor, der sich als „libertär“ definiert. Er ist, was man in Frankreich ein <électron libre> nennt und mit „ein freies Radikal“ übersetzen könnte, parteiisch, nicht parteilich.

Seit 1977 arbeitet er als freier Schriftsteller für eine Vielzahl von Verlagen.

                    Diszipliniert ist Daeninckx nur in seinem literarischen Schreiben, von seinem Fleiß zeugt die beeindruckende und beeindruckend lange Liste von  Veröffentlichungen. Theaterstücke, Drehbücher, Texte für graphische Romane, Kinderbücher, Bildbände in Zusammenarbeit mit Photographen, vor allem aber über 50 Romane und Bände mit Erzählungen.

                    Sein literarisches Début gab er in der „ série noire“ des Verlages Gallimard, schwarz nicht nur wegen der Schwärze der Kriminalgeschichten, sondern der Farbe der Buchumschläge geschuldet in deutlicher Abgrenzung zum „weiß“ gestalteten literarischen Programm des Verlages. Daeninckx gehört neben Jean Patrick Manchette und Daniel Pennac zur „neuen Welle“ der  französischen Kriminalliteratur in den 80er Jahren. In diesen Romanen gibt  es keinen souveränen Ermittler mehr, der fast im Alleingang einen Fall  löst, gerne auch in den gehobenen Schichten. Die Verbrechen geschehen dort, wo sie hingehören, mitten in der französischen Gesellschaft, sie erklären sich aus deren Geschichte und den politischen Machtverhältnissen. 

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